Bewegung bei Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs

Wie die Deutsche Krebshilfe in Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebsgesellschaft DKG in ihrem Ratgeber zum Sport bei Krebserkrankung schreibt, ist man inzwischen davon abgekommen, Patienten mit Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs Ruhe zu verordnen. Eine Bewegungstherapie, die an Symptome wie Blutarmut angepasst ist, kann dagegen den Muskel- und Knochenapparat schon während der Behandlung unterstützen. Auch gegen die starke Erschöpfung, die Fatigue, kann Bewegung wesentlich helfen.

Zusätzlich tut auch der Lunge gezieltes Training gut: gute Atemmuskulatur und Lungenfunktion und eine gute Belüftung der Lunge beugen beispielsweise einer Lungenentzündung vor.

Zum Aufbau von Muskelkraft in Beinen und Rücken werden Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern und zügiges Gehen empfohlen. Dabei kann man auch gut auf die Atmung achten. Bei einer Blutarmut sollte auch der Blutdruck nicht zu hoch sein.

Zwischen Bewegungsdrang, Spiellust und Risiken: sicherer Spaß tut gut

In Therapiephasen, in denen noch erhöhtes Infektionsrisiko vorliegt, sollten Patienten Kontaktsportarten und Menschenmengen vermeiden. Auch Schwimmbäder sind in dieser Phase zu riskant. Auch bei niedriger Thrombozytenzahl muss darauf geachtet werden, dass Blutergüsse oder Blutungen vermieden werden – Kontaktsportarten und riskantere Aktivitäten sollten dann also lieber vermieden werden.

Besonders wichtig für erkrankte Kinder: Bewegung, Spiel und der Kontakt mit anderen Kindern sind wesentliche Elemente des Kinderlebens. Dem Bewegungsdrang muss ein Kind natürlich nachgeben können, wenn es sich dabei wohl fühlt. Manchmal hilft schon ein Mundschutz, dem Kind einen (fast) normalen Spielplatzaufenthalt zu ermöglichen.

Nerven fordern, Muskeln stärken, Lunge trainieren

Darüber hinaus ist die Bewegung ein wichtiger Therapiebestandteil bei Nervenerkrankungen, die durch die Chemotherapie bedingt sind. Die Bewegungstherapie kann hierbei verschiedene Elemente wie Balanceübungen, Koordinationstraining, Vibrationstraining, Feinmotoriktraining und sensomotorisches Training (mit Sensomotorik ist die Steuerung und Kontrolle von Bewegungen im Zusammenspiel mit Sinnesrückmeldungen gemeint) umfassen. Durch die verschiedenen Formen der Bewegungstherapie soll das Zusam­menspiel von Nerven, Muskeln und Gelenken verbessert werden.

Durch die körperliche Bewegung wird der Körper gestärkt und das Körpergewicht kann leichter im Normalbereich gehalten werden. Dies geht mit einer besseren Lebensqualität und weniger chronischer Erschöpfung einher. Studien zeigen darüber hinaus, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko für Krankheiten von Herz und Gefäßen mindern und einen Überlebensvorteil ausüben könnte. Auch der World Cancer Research Fund (WCRF), einer globale Forschungseinrichtung, die die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Krebsrisiko analysiert, empfiehlt Krebspatienten körperlich aktiv zu sein. Ihren Auswertungen zufolge könnten Patienten dadurch ihre Prognose verbessern.

Kleiner Tipp für Betroffene: Krebspatienten, auch ehemalige, haben Anrecht auf Rehasport. Passende Sportprogramme können also von den Krankenkassen finanziert werden.