Ernährung bei Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs

Es ist gut belegt, dass ein gesunder Lebensstil mit guter Ernährung, ausreichend Bewegung, Normalgewicht und Rauchverzicht das Krebsrisiko senken und die Krebstherapie unterstützen kann. Welche Ernährungsaspekte bei einer Leukämie oder einem Lymphom besonders wichtig sind, beleuchten wir im folgenden Text.

Eine gute Orientierung bieten die 10 Regeln und der Ernährungskreis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). Grundlegend als gesund gilt ein Ernährungsmuster mit viel Gemüse, Obst, Vollkorngetreide und Hülsenfrüchten. Nahrungsmittel wie Fleisch und Fleischprodukte, die überwiegend gesättigte Fettsäuren enthalten, sollten dagegen sparsam verzehrt werden. Alkohol – wenn überhaupt – soll dagegen nur in sehr geringen Mengen getrunken werden. Ein Beispiel für eine ausgewogene Diät ist die Mittelmeerkost, die durch viel Obst und Gemüse, Nüsse, Pflanzenöle und Fisch gekennzeichnet ist.

Ausgewogene Diät ist meistens der richtige Ansatz

Die Deutsche Krebshilfe bietet in ihrem Ratgeber zur Ernährung bei Krebserkrankungen weitere Details. Ziel der Ernährung ist es immer, die Lebensqualität zu verbessern. Dazu gehört auch, eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen sicherzustellen und Mangelernährung vorzubeugen. Viele Betroffene verlieren aber Gewicht, haben durch die Krebserkrankung einen erhöhten Energieverbrauch oder ernähren sich, gerade auch bei bestimmten Therapieformen wie der Chemotherapie, eher ungünstig. Manchmal ändert sich der Geschmack, oder der Appetit geht ganz verloren. Auch andere Nebenwirkungen der Therapie wirken ungünstig auf die Ernährung ein: ist der Mund trocken und die Mundschleimhaut entzündet, schmerzt jeder Bissen.

Hilfreich können einfache Tricks sein: ansprechendes Aussehen der Speisen kann den Appetit fördern. Manchmal muss auch die Würzung angepasst werden – wie stark oder schwach das Essen gewürzt sein muss, muss jeder für sich herausfinden. Oft kann man sich dabei nicht auf die Vorlieben vor der Erkrankung verlassen. Manche Betroffene finden auch Essensgerüche unangenehm – da hilft es manchmal, Kaltes zu essen, das kaum duftet. Kalte, weiche, auch pürierte Nahrung kann auch bei schmerzhafter Mundschleimhaut eine vorübergehende Lösung sein.

Appetitmangel, Geschmacksveränderung oder Schluckprobleme: manchmal helfen einfache Tricks

Weitere Angaben zur Ernährung bei Krebserkrankungen finden sich beim World Cancer Research Fund (WCRF), einer globalen Forschungseinrichtung, die die Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Krebsrisiko analysiert. Die Auswertungen des WCRF bieten bisher noch keine konkreten Empfehlungen für Krebserkrankungen des blutbildenden Systems wie der Leukämie. Allerdings empfiehlt das WCRF allgemein zum Schutz vor Krebserkrankungen, ein gesundes Körpergewicht zu erreichen oder zu halten, körperlich aktiv zu sein und regelmäßig Sport zu treiben sowie auf eine gesunde Ernährung zu achten. Besonders wird betont, dass es besser ist, sich ausgewogen und gesund zu ernähren als Nahrungsmittelergänzungen zum Schutz vor einer Krebserkrankung einzunehmen.

Zum Schutz vor Krebs allgemein empfiehlt der WCFR, möglichst auf zuckergesüßte Getränke und Fast-Food mit viel Fett und einfachen Kohlenhydraten zu verzichten sowie rotes und verarbeitetes Fleisch weitestgehend zu vermeiden. Stattdessen sollte die Nahrung reich an Vollkornprodukten, Gemüse, Obst und Bohnen sein.

Gesund ernähren kann einfach sein, bei Krebspatienten aber auch mehr Umsicht bei keimbelasteter Nahrung erfordern

Einige praktische Empfehlungen zum Umgang mit Lebensmitteln finden sich in der Leitlinie zur unterstützenden Behandlung bei Krebs (ebenfalls von der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe verfasst). Um sich vor Infektionen über die Ernährung zu schützen, empfiehlt die Leitlinie den Krebspatienten, Lebensmittel sorgfältig auszuwählen und zuzubereiten. So sollten Patientinnen auf besonders keimbelastete Lebensmittel aus roher Milch oder rohe Eier verzichten.  Im Haushalt sollte besonders auf Hygiene geachtet werden. Nach dem Zubereiten von rohem Fleisch, Geflügel oder rohem Fisch, sollten Messer und Schneidebretter anschließend gründlich gereinigt werden. Fleisch und Fisch sollten zudem immer gut gegart werden. Obst und Gemüse ist immer gründlich zu waschen; hierbei können kleine Bürsten helfen.

Besonders nach einer Stammzelltherapie oder sonstiger starker Einschränkung des körpereigenen Abwehrsystems gehen die Empfehlungen allerdings noch weiter: Obst nur geschält, nur portionsweise abgepackte Nahrungsmittel (z. B. kein offenes Speiseeis), ausschließlich keimfrei und vakuumverpackte Nahrung oder Garkost. In diesem Fall wird der behandelnde Arzt allerdings genauer informieren.